Fachtag für die Begleitung von Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen

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von Barbara Brecht-Hadraschek

Den Alltag spürbar machen: Ein Raum voller Klangschalen, die feine Schwingungen übertragen; ein Gerät, das selbst kleinste Bewegungen in Musik verwandelt, und die Frage, wie das tägliche Anziehen einer Winterjacke zu einem achtsamen Beziehungsangebot werden kann: Am 26. Mai 2026 verwandelte sich die Aula der Charlotte-Pfeffer-Schule in ein lebendiges Seminarzentrum. Unter dem Titel „Begleitung und Angebote für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen“ richtete tandem BTL einen internen, praxisnahen Fachtag aus.

Mit 103 Teilnehmenden war die Veranstaltung sehr gut besucht. Das Besondere daran: Das Angebot brachte Fachkräfte aus ganz unterschiedlichen Bereichen der tandem BTL zusammen. Neben den Teams der Förderzentren nutzten auch Einrichtungsleitungen, Fachkräfte für Inklusion und Teilhabe aus Grundschulen sowie Integrationserzieher*innen aus unseren Kitas und Schulbegleiter*innen die Gelegenheit zum intensiven Austausch.

Von der Idee zum Fachtag: Ein Highlight 2026

Die Geburtsstunde des Fachtags liegt knapp ein Jahr zurück. Entstanden ist die Idee aus einem Fachgespräch zwischen Daniel Werk, Abteilungsleiter für Tagesbetreuung, und einer ehemaligen Schulleiterin. Ursprünglich als kleineres Format für Einrichtungsleitungen gedacht, war im Vorbereitungsteam schnell klar: Dieses Wissen muss direkt dorthin, wo es täglich gebraucht wird – zu den Kolleg*innen in den Förderzentren. Gemeinsam mit Jane Stöcker (Einrichtungsleiterin der Schule am Park) und Jasper Schulte (stellvertretender Einrichtungsleiter der Charlotte-Pfeffer-Schule) feilte Daniel Werk monatelang am Konzept. „Für mich war dieser Tag das erhoffte Highlight des Jahres“, erzählt Daniel Werk. „Ich weiß, wie herausfordernd die tägliche Arbeit in unseren Förderzentren ist. Der Fachtag sollte deshalb auch ein Stück weit ein kleines Geschenk und eine Wertschätzung an die Kolleginnen und Kollegen sein, die jeden Tag einen verdammt guten Job machen.“

Augenhöhe und Sensorik: Theorie, die lebendig wird

Den Auftakt machte die Keynote-Speakerin Martina Götschel (Online bekannt unter basal.bewegt), die aus Hamburg angereist war. Ihr Ansatz, pflegerische und begleitende Handlungen konsequent auf Augenhöhe und als Beziehungsangebot zu gestalten, zog die Teilnehmenden sofort in den Bann.

Wie praxisnah es in den anschließenden neun Workshops zuging, zeigte sich unter anderem im Kurs zur Unterstützenden Kommunikation (UK) von Simone Hoffmann. Hier schlüpften die Fachkräfte auch mal selbst in die Rolle nonverbal kommunizierender Menschen, um am eigenen Leib zu erfahren, wie elaborierte Hilfsmittel Barrieren abbauen können.

Im Workshop zur Musiktherapie kam der sogenannte „Motion Composer“ zum Einsatz – ein Gerät, das über Schalle und Vibrationen Bewegungen hör- und spürbar macht.

„Das ist eine ganz spannende Sache, um Musik gerade für Menschen, die nonverbal unterwegs sind, erlebbar zu machen“, erklärt Daniel Werk. „Dinge wie dieses Gerät oder auch der Workshop zum Thema „Essen und Trinken“ zeigen, wie wir die Welt für komplex beeinträchtigte junge Menschen öffnen können.“ Auch in den anderen Workshops - von Shiatsu über Yoga bis Fahrrad-Mobilität – ging es um die bestmögliche Betreuung und Förderung von Teilhabemöglichkeiten von Kindern mit komplexen Beeinträchtigungen.

Über den Tellerrand geschaut: Vernetzung, die bleibt

Neben dem fachlichen Input stand vor allem der trägerübergreifende Austausch im Fokus. Gerade die großzügig geplanten Pausenzeiten erwiesen sich als gute Plattform für die interne Vernetzung, stellt Daniel Werk fest. „Die Kolleginnen und Kollegen haben sich über die Einrichtungsgrenzen hinweg ausgetauscht. Heute Morgen rief mich bereits eine Einrichtungsleitung an und erzählte, dass erste Verabredungen für gegenseitige Besuche und Sommerfeste getroffen wurden. Genau das wollten wir erreichen!“

Wie geht es weiter?

Die Impulse des Fachtags sollen nun erst einmal in Ruhe in den Einrichtungen wirken. Besonders die anstehenden Sommerferien bieten traditionell den Raum, neue pädagogische Angebote auszuprobieren. Nach den Ferien wird das Orgateam die detaillierten Rückmeldungen auswerten.


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