Neue Fortbildung: Erzieher*in mit dem Fachprofil Sprache

Erstellt

von Barbara Brecht-Hadraschek

F. Becker, L. Schulz, pädagogische Leiterinnen der Fortbildung

Am 13. September startet unsere neue Fortbildung „Erzieher*in mit dem Fachprofil Sprache“. Daniela Schmidt* im Gespräch mit den beiden pädagogischen und fachlichen Leiterinnen über das praxisnahe Konzept und die thematischen Schwerpunkte.

Daniela Schmidt: Liebe Frau Becker, liebe Frau Schulz, ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen unsere Fortbildung „Erzieher*in mit dem Fachprofil Sprache“ vorzustellen. Können Sie als pädagogische und fachliche Leiterinnen beschreiben, wie es zu Ihrer Zusammenarbeit mit der tandem BTL kam?

Tabea Becker, Livia Schulz: Die tandem BTL arbeitet ja schon seit längerem erfolgreich mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum Charlottenburg der Ki.D.T bei der Ausbildung für Facherzieher*innen für Integration zusammen. Diese Weiterbildung ist inzwischen sehr gut etabliert, sodass der Wunsch entstand, ein weiteres Format anzubieten. Dr.  Donald Vogel, Leiter der Koordinationsstelle der Kinder- und Jugendambulanzen und Sozialpädiatrischen Zentren des VdK, hat uns dann für die Konzeptentwicklung der Zusatzqualifizierung „Erzieher*in mit dem Fachprofil Sprache“ ins Boot geholt.

Daniela Schmidt:  Welchen beruflichen Hintergrund haben Sie selbst, und welche Rolle spielt Sprache dabei?

Tabea Becker, Livia Schulz: Wir arbeiten beide im SPZ Integral. Das SPZ ist eine ärztlich geleitete, medizinisch-therapeutische Einrichtung, in der Diagnostik und Therapie für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen angeboten werden. Wir sind ein interdisziplinäres Team, in dem wir beide den pädagogischen Bereich vertreten.

Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie ein schnell sichtbares Zeichen verzögerter Entwicklung ist. Wenn ein 4-jähriges Kind undeutlich oder kaum spricht, fällt uns das in der Regel schneller auf, als zum Beispiel ein Kind mit einer verzögerten Ich-Entwicklung oder einer mangelnden Abstraktionsfähigkeit. Gleichzeitig können sprachliche Defizite Ausdruck anderer Entwicklungsverzögerungen sein. Sprache ist sozusagen oft die sichtbare Spitze des Eisbergs.

Daniela Schmidt: Was ist das Besondere an der Fortbildung bei der tandem BTL?

Tabea Becker, Livia Schulz: Wir haben uns im Vorfeld gefragt, welche Schwerpunkte hier in Berlin wichtig sein könnten. Dabei ist das Thema Mehrsprachigkeit in den Fokus gerückt. Wir selbst erleben jeden Tag Kinder, die mit zwei, drei oder mehr Sprachen aufwachsen und wissen, dass das auch in den Kitas zum Alltag gehört. Aber auch die Beratung der Eltern, der Blick auf das eigene Sprachverhalten sowie die Auswirkungen der Neuen Medien auf die Sprachentwicklung sind uns sehr wichtig. Des Weiteren haben wir uns für einen pädagogischen Ansatz entschieden – wir wollen keine „Sprachtherapeut*innen“ ausbilden.

Was uns weiterhin auszeichnet sind die tollen Dozentinnen, die wir akquirieren konnten.

Daniela Schmidt: Wie haben Sie die Dozentinnen für den Kurs ausgewählt?

Tabea Becker, Livia Schulz: Zunächst war es uns wichtig, unterschiedliche Fachbereiche zu vereinen. Sprache ist ein sehr komplexes Thema, das es verdient, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet zu werden. Aus diesem Grund haben wir neben einer Logopädin zum Beispiel auch eine Ergotherapeutin, eine Kinderärztin und eine Patholinguistin mit im Team. Außerdem ist es uns wichtig, den Bezug zur Praxis immer wieder herzustellen, weshalb wir uns entschieden haben, auch eine Erzieherin anzufragen. Unser Schwerpunktthema, die Mehrsprachigkeit, war uns so wichtig, dass wir nach einer Dozentin gesucht haben, die in dem Thema wissenschaftlich auf dem neusten Stand ist und praktische Erfahrungen mitbringt. Wir sind sehr stolz auf unser Team.

Daniela Schmidt: Was ist Ihnen in der Gestaltung und Umsetzung der Fortbildung besonders wichtig?

Tabea Becker, Livia Schulz: Wir haben eine sehr praxisnahe Fortbildung konzipiert, in der gleichzeitig wichtige theoretische Grundlagen vermittelt werden. Die Erzieher*innen sollen am Ende mit gutem Handwerkszeug nach Hause gehen. Wir haben das Glück, dass die tandem BTL uns die Arbeit mit einer kleinen Gruppe von maximal 16 Teilnehmenden ermöglicht, mit der wir dann auch didaktisch abwechslungsreich arbeiten können.

Wir sind sehr gespannt auf die Teilnehmer*innen und deren Hintergründe. Jede einzelne Erzieherin und jeder einzelne Erzieher bringt ja etwas aus ihrem beziehungsweise seinem Berufsalltag mit, das zu unserer Weiterbildung beiträgt und von dem auch wir viel lernen können.

Daniela Schmidt: Frau Becker, Frau Schulz, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

*Daniela Schmidt ist unsere Leiterin pädagogische Weiterbildungen.

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