Wirkungsorientierung in den Ambulanten Hilfen – ein Fachtag bei der tandem BTL

Erstellt

von Barbara Brecht-Hadraschek

Am 1. Dezember trafen sich rund 50 Mitarbeiter*innen der Ambulanten Hilfen zu einem halbtägigen Fachtag zur Wirkungsorientierung. Ziel war es, das Konzept der Wirkungsorientierung kennen zu lernen und gemeinsam zu diskutieren, welche Rolle dieses in der praktischen Arbeit zukünftig spielen kann.

Nach einer umfassenden Pilotphase in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin und der Phineo AG hatte die tandem BTL beschlossen, sich ab Anfang 2017 organisationsweit mit dem Thema Wirkungsorientierung auseinanderzusetzen und schrittweise Elemente davon in die Arbeit zu überführen. Sascha Maroska wurde mit dieser Aufgabe in der Funktion Wirkungs-und Qualitätsmanagement beauftragt. Ziel war es die einzelnen Bereiche und Abteilungen in eine partizipative Auseinandersetzung mit wichtigen Elementen wirkungsorientierter Planung - wie dem Wirkungskreislauf, die Wirkungstreppe und die Zielgruppenanalyse – zu bringen. Er moderierte dann auch zusammen mit einigen Mitarbeiter*innen und dem Führungsteam der Ambulanten Hilfen den Fachtag und führte in das Thema ein.

Der Fachtag verfolgte im Kontext der Wirkungsorientierung zwei wesentliche Ziele. Ein Ziel war, möglichst vielen Mitarbeiter*innen des Bereichs den Ansatz und die Logik der Wirkungsorientierung vorzustellen und erste praxisbezogene Auseinandersetzungen führen zulassen. Die Mitarbeiter*innen sollten somit in die Lage versetzt werden, wesentliche Bestandteile der Wirkungsorientierung zu verstehen und diese mit ihrer täglichen Arbeit verknüpfen zu können.  „Die Wirkungsorientierung ist kein eigenständiger pädagogischer Ansatz, kann jedoch dazu beitragen, die eigene Arbeit zielgerichteter und wirksamer zu gestalten und zu reflektieren“, erklärt dazu auch Claudia Freistühler, Bereichsleiterin der Ambulanten Hilfen.

Ein zweites Ziel war es, Abteilungsleitungen und Mitarbeiter*innen, die bereits auf verschiedene Weise im Kontext der Wirkungsorientierung erste Erfahrungen gesammelt hatten, in die Lage zu versetzen, ihr Wissen zu multiplizieren und anderen bei deren Fragen zu beraten. Konkret haben sie in der Rolle der Gruppenmoderation in der Vorbereitung Fallbeispiele und Praxissituationen erarbeitet und diese im Gesamtteam in Gruppenarbeiten erläutert.

Leistungen und Wirkungen

Zunächst ging es beim Fachtag darum, die besondere Wirkungslogik nachzuvollziehen und anhand der so genannten Wirkungstreppe zu verstehen, ab wann Leistungen ihre Wirkung bei den Zielgruppen entfalten – das heißt, ab wann Aktivitäten wie die der Ambulanten Hilfen die Lebensumstände der Klient*innen positiv verändern.

Denn im Modell der Wirkungsorientierung spricht man immer dann von Wirkung, wenn eine Maßnahme zu Veränderungen bei der Zielgruppe, in deren Lebensumfeld und  in der Gesellschaft insgesamt führt. Unterschieden wird nach Leistungen (Output), Veränderung bei der Zielgruppe ("Outcome") und Veränderung auf gesellschaftlicher Ebene ("Impact").

Wirkungen sind Veränderungen, die Sie mit Ihrer Arbeit bei Ihren Zielgruppen, deren Lebensumfeld oder der Gesellschaft erreichen.“
(Aus dem Kursbuch Wirkung der Phineo g AG)

„Wirkungsorientierung bedeutet, dass ein [Angebot] darauf ausgelegt ist, Wirkungen zu erzielen, und es entsprechend geplant und umgesetzt wird. Erwünschte Wirkungen werden als konkrete Ziele formuliert, an denen sich die gesamte Arbeit […] ausrichtet.“
(Aus dem Kursbuch Wirkung der Phineo g AG)

In intensiven Gruppenarbeiten konnten die Mitarbeiter*innen schließlich gemeinsam die Wirkungstreppe Stufe für Stufe für ihre Arbeit  nachvollziehen und anhand von Fallbeispielen diskutieren, wie die Elemente der Wirkungsorientierung sinnvoll eingesetzt werden können.

Insgesamt kam sehr gut an, dass die Fallbeispiele gut auf die eigenen Fälle übertragbar waren und das Thema knackig und klar vermittelt worden war.  Einige Mitarbeiter*innen lobten vor allem die gute Umsetzbarkeit im Alltag.

Für 2018 ist ein weitere Fachtag geplant, auf dem die konkreten Indikatoren vorgestellt werden sollen, die Aufschluss darüber geben, welche Fortschritte ein Projekt macht und ob es wie geplant verläuft. So soll Schritt für Schritt die Wirkungsorientierung im Alltag der Ambulanten Hilfen eingeführt werden. Im Bewusstsein, dass auch dieses Konzept kein Allheilmittel ist, aber doch ein gutes unternehmensinternes Hilfsmittel für die Planung und Analyse werden kann, um die Klienten-Fokussierung und den Roten Faden „Prozesse – Instrumente – Praxis“ zu stärken.


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